Dienstag, 27. März 2007

Fortsetzung 31

Aber noch bevor in meinem Schädel ein Denkprozess in Sachen erster Verdacht auf den Weg gebracht werden konnte, ging die Tür auf und sechs quirrlige Lebewesen erfüllten das Wohnwageninnere mit flatterhafter antarktischer Unruhe. Unter den erschrockenen Blicken von Margot Müller kehrten meine Assistenten von ihrer Exkursion zurück und warfen mir dieses auf den Tisch. Ich brauchte nicht lange, um mir darüber klar zu werden, dass sie ihren Mißerfolg in Sachen Müllerbeschaffung mit einem schnellen Schnapper in meinen neu angelegten Teich vor der Tür zu kaschieren versuchten. Und ganz offensichtlich stand ihnen jetzt der Sinn nach Belohnung. Erwartungsvoll reckten sie mir ihre Schnäbel entgegen.
"Da seid ihr ja!", sagte ich mit gespielter Gelassenheit. Das kurze Teichleben eines meiner Fische brachte mich innerlich mehr aus dem Gleichgewicht, als mir lieb war. "Und ihr habt was mitgebracht!"
Vor Margot Müller wollte ich meine eigene Enttäuschung verbergen und professionell erscheinen und ich wollte sie nicht weiter beunruhigen. Ich bemerkte, wie sie nicht aufhörte den toten Fisch auf dem Tisch anzustarren.
"Aber das...aber das...!", stotterte sie. "Das, das ist doch nicht mein Mann!"
Ich lehnte mich in meinem Stuhl zurück, legte meine Füße neben den entlebten Schupper auf den Tisch und kniff meine Augen zu zwei schmalen ermittelnden Schlitzen zusammen.
"Das hoffe ich!", sagte ich. "Womit ich allerdings nicht sagen möchte, dass sie nichts von einer Nixe hätten. Aber Sie müssen zugeben , der Fisch hat eine gewissen Ähnlichkeit mit dem Phantombild ihres Mannes, das Sie mir gaben."
"Ich seh da keine Ähnlichkeit. Sie wollen ja nur darüber hinwegtäuschen, dass Sie nicht malen können."
"Ich sehe schon eine gewissen Ähnlichkeit!", beharrte ich. "Dieses...wie soll ich sagen...diese Anmutung des Gestreckten ist ihnen gemeinsam. Finden Sie nicht?"
"Nein, das finde ich nicht. Was soll dieser Unsinn? Mein Mann ist doch kein Fisch!"
"Mein Gott, Margot!", fauchte ich da beinahe und schlug mit der Hand auf den Tisch. "Jetzt beruhigen Sie sich doch. Die Tiere haben sich halt getäuscht.Das kann doch passieren!"
"Was sind Sie denn für ein Ermittler!?" Margot Müller war außer sich. "Mit welchen Methoden Sie arbeiten!"
"Mein Gott Margot! Es sind Pinguine! Sie wissen doch, wie Pinguine sind!"
"Nein, das weiß ich nicht!", schrie sie.

Samstag, 24. März 2007

Fortsetzung 30

Da griff sie mit einer schnellen, ungeduldigen Bewegung in ihre Handtasche und legte vor mir dieses Buch auf den Tisch."Was ist das?", fragte ich.
"Das ist das Tagebuch meines Mannes!", antwortete sie schnippisch. "Vielleicht sind da ja ein paar interessante Aufzeichnungen enthalten, die uns erklären könnten, wo er sich aufhält?"
Vorsichtig griff ich danach und streifte das Gummiband vom Deckel.
"Haben Sie schon hineingesehen?", fragte ich.
Da sah mich Margot Müller mit zornigen Augen an.
"Was denken Sie sich?", fauchte sie auch schon. "Glauben Sie, ich schnüffle meinem Mann in seinem Tagebuch hinterher? Halten Sie mich für so indiskret? Ich bin seine Frau!"
Ich zuckte zurück.
"Entschuldigen Sie!"
"Machen Sie das, los! Sie sind der Schnüffler! Und beweisen Sie, dass Sie nicht nur nicht malen können."
Auf einer beliebigen Seite schlug ich das Buch auf und las:
"Margot ist so gemein. Jeden Abend lauert sie mir mit dem Nudelholz auf und haut es mir volle Kanne über den Schädel. Sie glaubt, ich käme aus einer Kneipe oder so. Aber das stimmt ja gar nicht. Dabei komme ich nur von einem Nebenjob, den wo was ich angenommen habe, damit wir genug Geld haben, um die Schulden abzubezahlen. Die Margot weiß natürlich nichts von den Schulden. Und deswegen drischt sie mir jeden abend das Holz auf die Birne. Steht hinter der Tür, wartet bis ich in der Wohnung bin und `Zack´, sehe ich Sternchen. Und das nach diesem anstrengenden Job, bei dem ich unter großer Gefahr so schwere Betonbrocken schleppen muss..."
Da stockte mir mit einemmal der Atem. `Betonbrocken!´, schoss es mir durch den Kopf und die Schrift vor meinen Augen verschwamm. Konnte es denn sein, dass Herr Müller...?

Dienstag, 13. März 2007

Fortsetzung 29

Erst nach dem fünften Anlauf war ich mit dem Ergebnis zufrieden. Da fragte eine völlig erschöpfte Margot Müller nach einer vierstündigen Sitzung: "Kann ich mal sehen?" Unter leisem Stöhnen erhob sie sich von ihrem Stuhl, kam um den Tisch und blickte auf das Bild.Schweigend stand sie eine Weile neben mir, als ich in meinen Augenwinkeln ihr Kopfschütteln bemerkte. "Das soll ich sein?", fragte sie dann.
"Aber ja!", antwortete ich. "Freilich ist das keine realistische Abbildung. Ich habe Sie in dem Kleid gemalt, das sie gestern trugen. Und ja, auch sonst bin ich ein wenig meinem inneren Auge gefolgt, das Sie ein wenig anders wahrnimmt. So ist das in der Kunst. Das Bild ist eine Interpretation von Ihnen. Das verstehen Sie doch!"
"Nein, das verstehe ich nicht!", antwortete Margot Müller. "Ich hab ja gar kein Gesicht!"
"Das ist Kunst!", sagte ich nun in einem forscheren Ton.
"Und ich dachte, sie können malen!" Ihre Enttäuschung war nicht zu überhören. "Ich hoffe sehr, dass Sie ein besserer Detektiv sind. Was ist denn jetzt mit meinem Mann?"
Ungeduldig blickte sie auf ihre Armbanduhr.
"Nur Geduld!", beruhigte ich sie. "Meine Helfer müssten bald schon zurück sein."
Innerlich hoffte ich doch sehr, dass meine Pinguine erfolgreich sein würden.
"Ich könnte Ihnen etwas auf der Gitarre vorspielen!", schlug ich vor.
"Um Himmels Willen, nein!", rief sie da.

Sonntag, 11. März 2007

Fortsetzung 28

Und noch einer!

Fortsetzung 27

Wieder nichts! Ein neuer Versuch.

Fortsetzung 26

Ich war aber mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Ich wollte ihr das rote Kleid von gestern geben, und ein leichtes Schmunzeln und ihr die harten Schatten um die Kinnpartie nehmen. Insgesamt weiblicher. Ich versuchte es erneut.

Donnerstag, 8. März 2007

Fortsetzung 25

Meine Fassungslosigkeit über ihre Erscheinung wollte nicht weichen. Wo war die Anmut und Grazie von gestern, mit der sie so spielerisch in das Herz eines vereinsamten Ermittlers tauchen konnte. Bei Tee und einem Keks saß ich ihr beinahe wie paralysiert gegenüber und bekam nur am Rande mit, dass wir uns auf hundert € einigten, die während der Suche nach ihrem Mann täglich in meine leeren Taschen wandern sollten. Dann wollte sie wissen, ob ich schon etwas unternommen hätte.
"Ja,", sagte ich da und merkte wie hilfreich gezielte Fragen waren, mich aus meinem trancehaften Staunen zu rütteln. "Ich habe einiges in die Wege geleitet. In diesen Minuten, da wir hier sitzen, wird bereits intensiv nach ihm gefahndet. Ich habe da so meine Helfer. Sie verstehen."
"Nein ich verstehe nicht."
Da nickte ich nur und schwieg. Wenig später lenkte ein innerer Impuls die Finger meiner rechten Hand in Richtung Tuschekasten, den ich seit meinem abgebrochenen Malkurs auf dem Tisch liegen hatte, um in einsamen Stunden ein wenig bunt in das Grau meines Alltags zu zaubern. Überraschenderweise hatte ich mich dabei gar nicht so übel angestellt. Und ich konnte mir nicht helfen, ich musste etwas gegen das Äußere von Margot Müller tun, und wenn es nur ein Gemälde ist, mit dem ich die Realität zu überlisten versuchte.
"Wir haben Zeit!", sagte ich. "Könnte gut sein, dass heute nachmittag noch meine Helfer mit ihrem Mann hier auftauchen. Haben Sie etwas dagegen, wennn ich in der Zwischenzeit ein Gemälde von Ihnen anfertige?"
"Sie wollen mich malen?", staunte Margot Müller da. "Ich wurde noch nie gemalt!"
"Das glaube ich Ihnen gerne!", antwortete ich, öffnete den Tuschekasten und versuchte ihr wenigstens auf der Leinwand das Antlitz der jungen Ingrid Bergmann zu verleihen, das ich in Erinnerung hatte.
Ich malte Margot Müller.

Mittwoch, 7. März 2007

Fortsetzung 24

Helmut und ich stellten das gesamte Innere meines Wohnwagens auf den Kopf. Aber das Rupfhuhn war nicht aufzufinden. Schon verrückt, mit was für Fähigkeiten Mutter Natur manche Lebewesen ausgestattet hatte. Da es aus keinem verborgenen Winkel meiner Einrichtung besorgniserregend hustete oder nieste, gab ich mich der Gewissheit hin, dass ich mir keinen fernasiatischen und bedrohlichen Virus ins Haus geholt hatte und freundete mich mit der Vorstellung eines weiteren, wenn auch verborgenen Arealbewohners an. Das Tier würde schon irgendwann seine Scheu überwinden und wieder auftauchen, dachte ich. Ich fand wieder zu meiner inneren Ruhe und auch zu meinem Appetit, den kurz zuvor Jamie Oliver mit seiner Kochsendung in mir geweckt hatte. In Ermangelung eines schmackhaften Geflügels begnügte ich mich nun mit der bescheidenen Vielfalt, die mir ein Imbiss aus dem Kühlschrank zu bieten hatte. Wurst, Käse, Gurke, das übliche, das so in Eile auf einem Teller Platz fand. Ich landete damit wieder vor der Television und der Gedanke an ausgeschwärmte Pinguine, die mir in Sachen Müllerbeschaffung nach wie vor zu Diensten waren, sorgte bei Helmut und mir für entspannende Behaglichkeit.
Irgendwann dann zu fortgeschrittenem Tage klopfte es an der Wohnwagentür. Als ich öffnete sah ich mich einem Gesicht gegenüber, das mir wohl vertraut vorkommen sollte, jedenfalls schien mir die Person das zu vermitteln. Sie grinste mich wiedererkennend an; bei mir jedoch wollte sich Vertrautes nicht einstellen.
"Hallo!", sagte die Person mit einem Lächeln und als ich nichts weiter tun konnte als mit einem stummen fragenden Blick zu erwidern und meinen Kopf schief zu legen, da hörte ich: "Na, ich bin es. Erkennen Sie mich nicht wieder?"
"Tut mir leid.", antwortete ich. "Helfen Sie mir auf die Sprünge."
"Na gestern, auf der Straße, sie hätten mich beinahe überfahren. Und Sie wollen meinen Mann suchen. Margot Müller, mein Name!"
Da durchfuhr mich blitzartig ein fürchterlicher Schreck und ich spürte, wie sich die Finger meiner Hand in die Wohnwagentür krallten.
Wie konnte das sein?, dachte ich. Wie konnte ich Margot Müller nicht wiedererkennen?
"Entschuldigen Sie!", sagte ich. "Ich habe Sie nicht gleich erkannt. Verzeihen Sie, aber ich hatte sie anders in Erinnerung! Kommen Sie herein und nehmen Sie Platz!"
"Ich hatte gestern das rote Kleid an!", sagte Margot Müller und kam in meinen Wohnwagen. "Vielleicht ist es ja das, was so verwirrend auf sie wirkt!"
"Ja!", sagte ich. "Vielleicht."
Und dann stellte ich ihr meinen Hund vor und sagte: "Keine Angst. Er beißt nicht!"

Dienstag, 27. Februar 2007

Fortsetzung 23

Helmut und ich suchten dort, wo ich die Getränke aufbewahrte. Konnten das Tier aber nicht finden.

Montag, 26. Februar 2007

Fortsetzung 22

„Such´s Rupfhändl! Geh, sei ein braver Helmut!“
Mein Hund war ein braver Helmut, suchte, aber fand nicht. Als würde sich dieses Huhn nicht nur optisch der Umgebung anpassen können, schien das Tier auch über Fähigkeiten zu verfügen, seine Duftmarke zu verändern, konnte wie ein Tisch riechen, wie ein Stuhl, wie Linoleum.
Jetzt auch noch dieses Rupfhuhn!, dachte ich.
Keine Frage, mit der vermeintlichen Zubereitung dieses Nichtgefieders schaffte ich mir mehr Probleme als Genuss. Nicht nur, dass ich einem verschwundenen Herrn Müller hinterforschen sollte, musste ich auch noch dieses Tier aufspüren. Hatte ich doch alles andere vor, als mein Leben mit exotischen Tieren zu bevölkern. Aber nun war es geschehen. Während die Pinguine ihre forschenden Blicke draußen in der Welt schweifen ließen, tat ich es im Inneren meines Wohnwagens. Denn, dass das Rupfhuhn ins Freie gelangt sein konnte, war ausgeschlossen. Tür und Fenster waren zu. Es musste sich noch irgendwo in meinen Räumlichkeiten aufhalten. Wo nur konnte dieses Ungefieder stecken? Und wie nur einem Tier auf die Schliche kommen, dass sich täuschend echt jeder Umgebung anpassen konnte?
Ich suchte in meiner Fitnessecke, fand das Tier aber nicht.

Samstag, 24. Februar 2007

Fortsetzung 21

Helmut und ich genossen die Entlastung durch unsere antarktischen Assistenten. Hatte der Hund die Anschaffung der Pinguine zuerst mit Argwohn beobachtet und der Dressur mit kritischen Blicken beigewohnt, so freute er sich jetzt an meinen ausgelassenen Stockwürfen in den Garten.
Es ist auch eine Ewigkeit her, dass ich meine Hände frei vom Fischbeutel bewegen konnte und mein Stockwurf etwas von der Eleganz hatte, mit der ich nun wieder den Hund in die Weite schickte.
Nach dem Spiel setzten Helmut und ich uns vor den Fernseher und blieben bei einer Kochsendung mit Jamie Oliver hängen. Die Lässigkeit, mit der sich dieser jugendliche Engländer die Kochwelt eroberte, war beeindruckend. Genauso die Mühelosigkeit, mit der er seine Gerichte wie im Vorübergehen zelebrierte. Wie beiläufig landete eine Ente im Backofen, natürlich nicht ohne vorher mit den verschiedensten Gewürzen versehen worden zu sein.
Die Sendung machte Appetit auf Geflügel und es war ein schöner Zufall, dass gerade in diesem Augenblick ein fernasiatischer Geflügelhändler an die Wohnwagentür klopfte und mir ein Rupfhuhn anbot. Ich sah seinen Wagen nicht weit von meinem Gelände parken und hörte es dort gackern, husten und niesen, und ich erkundigte mich nach dem Gesundheitszustand der Tiere. Nach etwaigen grippeähnlichen Erkältungskrankheiten.
Da bemerkte der Geflügelhändler, dass doch in den Medien alles nur hochgespielt würde und machte mir einen furchtbar guten Preis, bei dem ich nicht ablehnen konnte. Mit aller englischer Fernsehlässigkeit schmiss ich das Tier gleich ins Backrohr. Noch Thymian hinterher, Rosmarin, Salz und Pfeffer und heizte den Ofen auf 220 Grad.
Doch plötzlich ging die Klappe wieder auf und das Tier sprang zu meinem Entsetzen aus dem Ofen. Ich hatte ja keine Ahnung, dass ich ein Lebendtier der Hitze ausgesetzt hatte und ich wusste auch nicht, dass es diese Rasse überhaupt gab, dieses südpalinesische Rupfhuhn, dass sich laut Lexikon wie ein Chamäleon täuschend echt der Umgebung anpassen konnte. Ich sah es gerade noch fliehen, als wollte es sich als siebenter gerupfter Pinguin auf die Suche nach Herrn Müller machen. Da war es auch schon verschwunden.

Mittwoch, 21. Februar 2007

Fortsetzung 20

Und sie schwärmten aus und mischten sich unter die Leute.

Dienstag, 20. Februar 2007

Fortsetzung 19

Meine Enttäuschung über das Freestyleverbot und meine Ratlosigkeit bezüglich einer Strategie, mit der ich Herrn Müller aufspüren konnte, waren der Grund dafür, dass ich mir unendlich viel Zeit ließ. Ich suchte nach einer Idee, wie ich meine Aufgabe beginnen und mit der ich morgen Margot Müller Mut machen konnte. Nach schier endlosem Grübeln dann der Geistesblitz. Ich erinnerte mich an einen Artikel, in dem ich über die amerikanische Marine gelesen hatte, die Delphine darauf abrichtete, Haftminen an ihren Schiffen aufzuspüren.
In meinem Fall waren es zwar keine Minen, die ich finden musste und ich bewegte mich auch nicht auf den Wogen der Weltmeere, aber der Gedanke an die intelligenten Meeressäuger brachte mich ganz zwangsläufig auf Pinguine, diese Delphine auf zwei Beinen. Mit ihnen müsste doch ganz ähnliches zu bewerkstelligen sein, dachte ich. Gleich am nächsten Morgen kaufte ich mir sechs Stück davon. Anders als Rosen kaufte man Pinguine in geraden Zahlen.
Ich unterzog sie einer Schnelldressur und richtete sie auf die Suche nach verloren gegangenen Ehemännern in Begleitung einer hohen Geldsumme ab. Anschließend hielt ich ihnen das Phantombild unter den Schnabel.
"Schwärmt aus!", befahl ich ihnen dann. "Und mischt euch unter die Leute! Und bringt mir diesen Kerl!"

Donnerstag, 15. Februar 2007

Fortsetzung 18

Mein Enthusiasmus beim Teichausheben war groß. Ich vergaß Zeit und Raum, doch bald schon erinnerte mich mein Verdauungstrakt daran, dass unten hinaus musste, was oben im Laufe des Tages als Schlachtschüssel hineingekommen war. So fand ich mich irgendwann in meinem durchaus behaglichen Wohnwagen-WC wieder. Zu meinem Bedauern jedoch durfte ich mich dort nicht auf die Art und Weise entleeren, wie ich gerne gewollt hätte.

Samstag, 10. Februar 2007

Fortsetzung 17

Doch Sekunden später, als ich vorfuhr, dann der Stimmungswandel. Plötzlich und für mich vollkommen unerklärlich fragte ich mich, wie lange ich wohl hier in diesem......werde?
Aber bevor ich mich der Schwermut, plagenden Zweifeln oder anderen negativen Stimmungen hingeben konnte, brachten mich die Fische schon wieder auf andere Gedanken. Mir kamen die Worte von Margot Müller in den Sinn und ihr Hinweis auf eine mögliche Einteichung. Und ja, auch ein Gartenteich würde den optischen Eindruck meines Heimes verbessern und so fand ich mich wenige Augenblicke später mit einem Spaten in den Händen im Garten wieder. Es wurde Zeit, den Fischen für eine dauerhafte Bleibe ein großes Loch auszuheben, um es mit Folie, Wasser und diversen Pflanzen wieder zu füllen. Bevor es zu spät sein würde und die Unterbringung meiner Wasserbewohner mit einem Spatenstich im frischen Erdreich getan sein könnte.

Freitag, 9. Februar 2007

Fortsetzung 16

"Meine Name ist Margot Müller!", stellte sich mir die Frau mit großer Erleichterung in der Stimme vor.
Wir standen immer noch mitten auf der Straße und sorgten nicht gerade für fließenden Durchgangsverkehr. So tauschten wir schleunigst unsere Visitenkarten, ein paar freundliche Blicke und verabredeten uns für den nächsten Tag bei mir zuhause, um dort alle weiteren Einzelheiten zu klären. Etwa die Anzahl der Scheine, die als Tagessatz den Besitzer wechseln sollten. Ich brachte Margot Müller noch zu ihrem Kinderwagen, bevor ich mich wieder hinter das Steuer meines Wagens setzte und mich auf den Heimweg machte.
Wenig später schon erblickte ich von Weitem meine neue Bleibe. Zu meiner Überraschung freute ich mich an dem, was ich sah.
Trutzig reckte mein Heim seine Rundungen in die milde Abendluft. Klar, ein paar Bäume könnten den Garten zieren, ein paar Pflanzen, Blumen, eine Hecke könnte ich pflanzen. Aber auch so besaß mein Dominzil eine Menge Vorteile. So könnte problemlos ein Rettungshubschrauber landen, sollte ich auf dem Terrain unglücklich stürzen und eine orkanartige Böe mir den Wohnwagen auf den Rücken werfen.

Mittwoch, 7. Februar 2007

Fortsetzung 15

Ich gab ihr zu verstehen, dass es sich dabei um eine merkwürdige Übereinstimmung mit einem meiner Träume handeln würde und ich alles andere als ein guter Rechner sei. Mit Blick auf den Beutel in meiner Hand sagte sie dann, dass sie mich jetzt nicht länger aufhalten wolle, ich käme sicher von einer Tierhandlung und hätte es eilig meine Fische auf schnellstem Wege einzuteichen. Da winkte ich ab, erzählte, dass meine schuppigen Freunde es nicht anders kennen würden, und spürte auf einmal in meinem Inneren, wie der Ermittler mit mir durchging. Aus Gewohnheit oder einem inneren Zwang heraus erkundigte ich mich weiter nach ihrem Mann und ließ durchblicken, dass verschwundene Gestalten zu suchen mein Job wäre. Da begannen die Augen der Frau zu leuchten und im Nu kehrte ihr Flehen zurück.
"Bitte helfen sie mir!", seufzte sie auch schon. "Ich bezahle Sie. Helfen Sie mir meinen Mann zu finden!"
Ich überlegte nicht lange. Das sah alles andere als nach Betonbrockenentsorgen aus. Ich nickte kurz und fragte, ob sie ein Foto von ihrem Mann hätte.
Foto hätte sie leider keines, meinte sie, aber eine Zeichnung, eine Art Phantombild, das sie angefertigt hatte, in dem Augenblick, als ihr Mann das Haus verließ, um am Automaten Zigaretten zu holen.
"Kann ich mal sehen?", fragte ich mit geöffneter Handfläche und beobachtete, wie die Frau mit flinken Fingern ein Blatt Papier aus ihrer Handtasche fischte.

"Aha!", machte ich. "Kann ich das Bild behalten?"
"Aber sicher.", sagte sie.
Sie schenkte mir ein scheues unsicheres Lächeln.
"Dann helfen Sie mir, meinen Mann zu finden?"
"Wir werden ihn finden!", antwortete ich. "Machen Sie sich keine Sorgen!"
"Dann war das ja ein Wink des Schicksals, dass Sie mich beinahe überfahren hätten."
"Gestatten.", sagte ich."Knut Meier, Privatdetektiv."

Dienstag, 6. Februar 2007

Fortsetzung 14


...ihre Ähnlichkeit mit der jungen Ingrid Bergmann war verblüffend. Beinahe flehentlich richtete sie ihren Blick tief in mein Innerstes, als wüsste sie, dass dort sehnsuchtsvoll ein Gary Cooper schlummerte, dem nichts lieber wäre, als im spanischen Bergland heranrückenden Faschisten die Brücke unter den Hintern wegzusprengen.`Wem die Stunde schlägt´, ein Film, der mir immer wieder vor Augen führte, dass es für einen Mann nicht unbedingt ein Glücksfall ist, diesem Planeten in Zeiten wie diesen einen Besuch abzustatten, in denen ein Kerl anstelle einer faschistentreuen Brücke einen handtuchbreiten Rasen eines Vorgartens sprengte.
„Es tut mir leid!“, hauchte mir die Frau mit gebrochener Stimme entgegen. „Ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe, ohne auf den Verkehr zu achten über die Straße zu gehen. Ich...ich bin so durcheinander. Sie müssen wissen...mein Mann...mein Mann ist...“
„Was ist mit ihrem Mann?“, fragte ich.
„Ach!“ Ihre Stimme wollte versagen und eine Träne rollte über ihre Wange. „Er ist verschwunden. Mit allem Geld, das wir besessen haben. Ich verstehe das nicht. Wir wollten uns eine Zukunft aufbauen. Das Kind...es passt so gar nicht zu ihm...Ich weiß mir keinen Rat mehr! Wo kann er nur sein?“
„Um wie viel Geld handelt es sich?“, wollte ich wissen.
„Ach!“, seufzte sie. „Genau weiß ich es nicht. Aber in etwa 255.843,-- Euro in bar, 300.000,-- Euro in Kommunalobligationen, 32.455,-- Euro in Bundesschatzbriefen und 144.855,78 Euro in einem krisensicheren Aktienfond.“
Ihre Worte trafen mich mit der Wucht eines Axthiebes. Nicht schwer zu erahnen, dass mich die Bilder meines ersten Traumes in der neuen Bleibe heimsuchten. Noch bevor ich einen klaren Gedanken fassen konnte, hörte ich mich beinahe schreien:
„Das gibt es doch nicht! Das macht ja zusammen 733.153,78 Euro!“
„Donnerwetter!“, staunte sie da. „Wie schnell sie kopfrechnen können!“

Montag, 5. Februar 2007

Fortsetzung 13

Ein paar Schlachtschüsseln später und Maria Hellwigs Weisen noch im Ohr räumte ich zügig einen Lamborghini, einen Aston Martin und einen Mercedes SL von meinem Autodach und musste feststellen, dass der Begriff `fahrbereit´ für alle drei nun als irreführend einzustufen wäre. Ich wollte schleunigst vom Acker und versuchte keine Zeit zu verlieren. Gehetzt verteilte ich ein ausreichendes Ottokraftstoff-Luftgemisch in sechs Zylinder französischer Herstellung, um es dort in unmittelbarer Folge recht turbulent zugehen zu lassen, was sich sehr positiv auf den Antrieb meines Fahrzeugs auswirkte. Doch längst nicht so zügellos wie auf der Herfahrt ließ ich meinen Franzosen jetzt all seine Bequemlichkeit entfalten und mich von ihm bei vorgeschriebenen 30 km/h über die mir schon bekannten und von Verkehrsplanern gewollten Straßenunebenheiten tragen. Obwohl mich nun an die Tempovorschrift haltend musste ich dennoch urplötzlich und völlig unvorhergesehen mit aller Macht in die Eisen steigen. Wo hatte die Frau ihre Augen? Wo ihre Aufmerksamkeit? Ging sie doch allen Ernstes in Rot über die Ampel.

Unter Schock wegen dieses unvorhergesehenen Verkehrs-
hindernisses und trotz des tabuisierenden Kinderwagens konnte der arterhaltende Jäger in mir nicht anders, als die Lady binnen Sekundenbruchteilen auf ihre diesbezügliche Tauglichkeit hin zu checken. Keine Frage, meinen Prüfungshormonen gefiel, was ich mit Geistesgegenwart und Reaktionsschnelligkeit am Leben gelassen hatte. Ich stieg aus dem Wagen, um nach der Frau zu sehen, die keine zwei Millimeter von der haifischartigen Frontpartie meines Wagens trennten. Als ich vor ihr stand, überraschte mich die Dame, denn...

Freitag, 2. Februar 2007

Fortsetzung 12

Als hätte sein Wesen mit dem Klammergriff alles Kämpferische vorübergehend eingebüßt blieb nun die Freundlichkeit im Blick dieses riesigen Menschen und er erzählte mir beinahe mit Milde in der Stimme, dass er soviel Freude an Profit hätte und er so ungern in Sicherheit investiere, weder in die seiner Belegschaft noch in die seines Gebäudes. Das Dach seiner Halle sei marode und die Öffentlichkeit gerade so sensibel, was einstürzende Dächer von Hallen anginge. Und da es an manchen Tagen auf seinem Gelände förmlich Betonbrocken regne, brauche er immer wieder wagemutige Betonbrockenentsorger, die die Spuren beseitigten. Wie zur akkustischen Untermalung seiner Worte hörte ich draußen wieder eines der Objekte niedergehen. Und der Dicke ließ mich weiter wissen, dass ich für den Job wohl nicht geeignet wäre. Ich, mit meinen Fischen im Beutel und Händen, die so gar nicht für Grobes gemacht zu sein schienen. Nein, er könne mir den Job nicht anbieten, er wolle auf den nächsten warten, einen Kräftigeren. Aber ich könne gerne in seiner Delikatessenkantine vorbeischauen und auf seine Kosten eine Mahlzeit einnehmen.
Mir war die Absage gar nicht so unlieb. Auch wenn ich angesichts meiner Finanzen nicht wählerisch sein durfte, aber Betonbrockenentsorger im möglichen Betonbrockenhagel stand nicht gerade auf meiner Liste anvisierter Jobs und so verabschiedete ich mich und verließ sein Zimmer. Draußen im Gang ließen Helmut, die Fische und ich uns von den Essensdüften weiter ins Innere des Gebäudes leiten und standen wenig später vor der Kantine, deren aushängendes Speiseangebot ich mit Interesse studierte.

Donnerstag, 1. Februar 2007

Fortsetzung 11

Ein fratzenhaftes Grinsen schimmerte durch den Zigarrenqualm, als ich meine Forderungen vernehmen ließ, die freilich nicht viel mehr als scheue Fragen waren. Da ging ein Ruck durch den Koloß und ich staunte über die Geschmeidigkeit seiner Bewegungen, mit denen er seine halbe Tonne auf die Beine brachte. Wie ein Statue erfolgreichen Unternehmertums stand er nun hinter dem Schreibtisch und vor dem Schild an der Wand und bedeutete mir mit einem merkwürdigen Schaukeln seiner Zigarre, zu ihm zu kommen. Mit kleinen, scheuen Schritten durchmaßen Helmut, die Fische und ich nun den Raum, hielten kurz inne, ließen uns durch wiederholtes Winken erneut bewegen, um schließlich neben dem Riesen in einer dichten Nikotinwolke zu stoppen. Da spürte ich plötzlich einen festen Griff um meinen Nacken und keine Kraft der Welt hätte verhindern können, dass mein Gesicht mit Urgewalt an das Wandschild gedrückt wurde.

"Wie kann ein neugieriger Schnüffler die Informationen übersehen, die ihm dieses Schild hier bietet?", rasselte der Dicke mit Zorn in der Stimme und scannte meine Augen über jede Zeile dieses Schildes. Selbst Helmut mein sonst so bissfreudiger Gefährte erstarrte vor der Allmacht des Unternehmers und beschnüffelte anstatt mir beizustehen die Fische, die hilflos im Plastikbeutel schaukelten.
Ob ich jetzt kapieren würde, fragte mich der Riese. Ich versuchte zu nicken, was in seinem Griff unmöglich war und fragte stattdessen, um was für eine Arbeit es sich denn handeln würde, für die er einen Mitarbeiter suchte.
"Ihr Schnüffler!", sagte er da mit ungeahnter Freundlichkeit in der Stimme und löste die Umklammerung. Er schüttelte beinahe amüsiert den Kopf. "Ihr wollt es immer genau wissen, was?"

Mittwoch, 31. Januar 2007

Fortsetzung 10

Dick wäre schmeichelnd, den Mann zu beschreiben, der hinter seinem mächtigen Schreibtisch thronte und nach Luft rang, als wäre Atmen tägliche Schwerarbeit. Seine Bemühungen diesen riesigen Organismus mit Sauerstoff zu versorgen wurden nicht nur durch den dichten Qualm einer Zigarre beeinträchtigt, die er zwischen seinen feuchtglänzenden, massigen Lippen hin und herbewegte. Der Mann war fett, fett wie die russische Erde und über seinen Bauch spannte sich die Winzigkeit eines nadelgestreiften Zweireihers. Hinter ihm an der Wand prangte ein riesiges Schild, dass mir zu verstehen gab, dass ich mich auf schwierige Verhandlungen einstellen musste.

Mir war danach die Situation zu entkrampfen und brachte den verführerischen Essensgeruch ins Gespräch, der auf den Gängen seines Unternehmens die Magensäfte anregte.
"Den Luxus gönne ich mir!", krächzte mir der Mann schnaufend entgegen. "Eine Feinschmeckerkantine internationaler Delikatessen mit täglich wechselnder Speisekarte. Ich glaube, man sieht es mir an, dass ich dafür eine Leidenschaft habe."
Ich schenkte seiner Bemerkung ein leichtes Schmunzeln und vernahm hinter dem Fenster auf dem Hof des Geländes einen dumpfen, kräftigen Einschlag.
"Womit kann ich dienen?", keuchte der Dicke jetzt.
"Knut Meier, mein Name!", sagte ich. "Privatermittler. Ich komme wegen der Annonce."
"Kann mich nicht erinnern, ein Gesuch nach einem Schnüffler aufgegeben zu haben!" Mit einem Grinsen richtete er seine Worte an die Zigarre, die er nun genüsslich zwischen seinen Fingern rollte.
"Ich komme wegen des Jobs!"
"Ich dachte, sie wären Privatermittler!", fragte er stutzig geworden, bevor er ein paarmal schmatzend an seiner Zigarre zog und sein Gesicht vernebelte.
Mir wurde klar, meine Frage nach einem Halbtagsjob mit gleitender Arbeitszeit, um weiterhin auch als Ermittler arbeiten zu können würde nicht auf offene Ohren stoßen. Ich fragte dennoch...

Dienstag, 30. Januar 2007

Fortsetzung 9

Wofür Helmut sein Gespür hatte, von dem jeder Ermittler nur träumen konnte, brauchte der Mensch Schilder, um auf Gefahren aufmerksam zu werden, die sein Ende bedeuten konnten. Kaum auf Firmenterrain gelandet beobachtete ich, dass mein Hund ängstlich seine Ohren anlegte und den Schwanz einzog. Dass er zur einen Hälfte von einem Schäferhund abstammte und zur anderen von einem Boxer, war nicht der einzige Grund, weshalb er sich hier nicht pudelwohl fühlte. Als ich meine Blicke sondierend schweifen ließ, wusste ich, dass mehr dahinter steckte.

Ein weiterer scheuer Blick nach oben versicherte mir, dass im Augenblick keine mir durch Schilderhinweis nun bekannten Flugobjekte unterwegs waren und wir wohl schadlos ins Gebäude gelangen würden. Hier war es dann ein intensiver Essensgeruch, der Helmuts und meine Sinne schärfte, und auch meine hungrigen Goldfische schienen trotz Tüte eine Witterung aufzunehmen. Ein paar Sekretärinnen später war ich auf einem langen Gang tiefer in das Gebäude eingedrungen und sowas wie Nervosität ergriff von mir Besitz, als ich an der Cheftür klopfte und mich von einem heiseren und gebieterischen "Herein!" leiten ließ und die Erkenntnis gewann, dass es schilderreich weitergehen würde.

Fortsetzung 8


Außerhalb der verkehrsberuhigten Zone, als es in ein Gewerbegebiet ging, erhöhte ich meine Geschwindigkeit wieder und vermutlich ist darin die Ursache zu suchen, dass mein Ausflug in die Stadt nun doch nicht ohne Kollision blieb. Ich sah die Parklücke zu spät und das ebenfalls hydraulische Bremssystem war offensichtlich damit überfordert, die Geschwindigkeit meines Oldtimers binnen Sekunden aufs erforderliche Maß zu reduzieren. Ich schob und schichtete die vor mir parkenden Wagen internationaler Luxusklassen in-und schließlich übereinander, sodass deren Gebrauchtspuren sichtlich zunahmen und es was von Istallationskunst hatte, als ich mit Helmut den Wagen verließ und die Pforten eines mittelständischen Unternehmens passierte und in mir wieder sowas wie Hoffnung aufkeimte, endlich an eine einträgliche Arbeit zu geraten.

Sonntag, 28. Januar 2007

Fortsetzung 7


Ich nutzte die Fahrt in die Stadt einmal mehr für eine meiner Bemühungen, zur mir so angsteinflößenden Zahlenwelt der Mathematik mittels eines ganz eigenen Gleichungssystems mehr Vertrauen zu fassen. So rauschte ich bei einer Außentemperatur von 15 Grad Celsius in einer verkehrsberuhigten 2 x 15 km/h-Zone um 15.15 Uhr bei 2 x 1500 Umdrehungen mit einer Geschwindigkeit von beinahe 115 km/h über 15 Bodenwellen, die das hydraulische Federsystem meines Franzosen mit aller Souveränität nicht einmal ignorierte. Dass ich mich auf diese Art unbehelligt von der Polizei und ohne Kollisionen durch das Wohngebiet bewegte grenzte an eines der Wunder, die ich so dringend nötig hatte, um mein Leben endlich in den Griff zu bekommen.

Freitag, 26. Januar 2007

Fortsetzung 6


...seine Motorisierung reichte locker aus, meinen Mitstreitern auf dem geschwungenen Asphalt immer nur den gleichen Anblick zu bieten.

Fortsetzung 5


Einen mehligen Apfel und einen Caro-Kaffee später stieg ich in meinen französischen Fünftürer und ließ mich frontgetrieben und hydraulikgefedert in die Stadt schaukeln. Ich hatte in der Zeitung von einem Job gelesen. Nicht näher beschrieben zwar, worum es ging, aber ich war nicht in der Position, groß wählerisch zu sein. Geld brauchte ich dringender als alles andere. Ohne Murren sprang der Franzose an. Seit etlichen Jahren schon war er mein treuer luftbereifter Gefährte. Ich liebte diesen Wagen. Klar, er war nicht der neueste und seine Gebrauchtspuren ließen Helmut ohne weiteres durchs hintere Fenster auf der Ladefläche Platz nehmen, aber...

Mittwoch, 24. Januar 2007

Fortsetzung 4


Als ich am nächsten Tag nach langem Schlaf beinahe nachmittags erwachte, schon wieder die Ernüchterung. Es waren nicht nur die Rühreier und der Speck, die ich auf meinem Frühstücksbuffet vermisste. Und auch der erste Eindruck, den die Kühlschrankoberfläche auf meine Fische machte, täuschte. Es hätte nur für unnötige Nervösität in ihrer Tüte gesorgt, hätte ich den Inhalt der Büchse auf ihre Wasseroberfläche verteilt, so wie sie es aus Zeiten gewohnt waren, als ich mir noch Tiernahrung leisten konnte.